Aida (Oper) - Inhalt und Handlung

"Aida" von Giuseppe Verdi ist eine der bekanntesten Opern. Wir stellen hier Inhalt und Handlung der sogenannten Ägypten - Oper vor. 

"Aida" - Inhalt der Oper

Komponist: Guiseppe Verdi.

Libretto (italienisch) von Antonio Ghislanzoni.
Uraufführung am 24. Dezember 1871, Khedivial-Opernhaus

Hauptfiguren

  • König von Ägypten (Bass)
  • Amneris, seine Tochter (Mezzosopran)
  • Aida, äthiopische Königstochter; Sklavin am ägyptischen Hof (Sopran)
  • Radames, ägyptischer Feldherr (Tenor)
  • Amonasro, König von Äthiopien; Aidas Vater (Bariton)

Nebenfiguren

Ramphis, Oberpriester (Bass)
Eine Tempelsängerin (Mezzosopran)
Ein Bote (Tenor)


Chor

Priester und Priesterinnen, Minister, Hauptmänner, Soldaten, Sklaven, Gefangene, Volk.

Ort und Zeit
Memphis und Theben. Zur Zeit der Herrschaft der Pharaonen.
Orte: Im Tempel; am Nilufer; Vor und im königlichen Palast.


Gliederung

Durchkomponierte Oper mit Triumphmarsch und Ballett.

Wie lange dauert die Oper Aida? 

Die Oper Aida dauert etwa 3 Stunden und wird üblicherweise mit einer Pause gespielt. 

Die Oper Aida hat vier Akte. Die folgenden Abschnitte behandeln den Inhalt der Oper Aida

Wann wurde die Oper Aida zum ersten mal aufgeführt?

Die Oper Aida wurde am 24. Dezember 1871 im neugebauten Opernhaus in Kairo aufgeführt. Der Bau der neuen Oper fällt in die Endphase des Baus des Suezkanals. Dieser wurde am 17. November 1869 eröffnet. Aida hat nicht direkt etwas mit dem Suezkanal zu tun, aber das Opernhaus in Kairo wurde auch aus Anlass der Sueszkanal-Eröffnung mit einer Oper von Giuseppe Verdi eröffnet. Die Eröffnung des Opernhauses fällt in die Zeit der Eröffnung des Suezkanals.  

Aida: Handlung 1. Akt

Aida, Tochter des äthiopischen Königs, muss als Sklavin am ägyptischen Hof leben. Sie ist unsterblich in Radames, dem Sohn des Pharao, verliebt. Als Ägypten von den feindlichen Äthiopiern überfallen wird, um Aida zu befreien, wird Radames zum Heeresführer gegen die Äthiopier bestimmt („Sì, corre voce l’Etiope ardisca“). Er ist optimistisch, nach dem Feldzug Aida heiraten zu können. Amneris, die selbstbewusste Tochter des Pharao, liebt den Feldherrn ebenfalls und buhlt hartnäckig um seine Gunst. Radames muss nach einer feierlichen Zeremonie mit den Truppen ausrücken. Aida fühlt sich hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrer Heimat und zu Radames.

Die Handlung der Oper Aida, 2. Akt

Das Heer der Ägypter konnte gegen die Äthiopier siegen („Chi mai fra gli inne e i plausi“). Amneris entlockt Aida ihr Liebesgeheimnis, indem sie ihr erzählt, Radames sei in der Schlacht umgekommen. Nun erkennt Amneris in Aida ihre Rivalin. Sie befiehlt ihr, sie als Sklavin zum geplanten Triumphfest zu begleiten.

Der ägyptische König nimmt vor den Toren Thebens feierlich Radames und seine Soldaten in Empfang („Gloria all’Egitto, ad Iside“). Auf seinen Befehl hin werden die gefangen genommenen Äthiopier vorgeführt. Unter ihnen ist Aidas Vater Amonasro, König von Äthiopien. Er gibt sich zum Schutze in Theben als Unterführer aus und beschreibt den angeblichen Tod des äthiopischen Königs. Amonasro wie auch Radames bitten, die Gefangenen zu befreien. Oberpriester Ramphis und der König von Ägypten können diesen Bitten nichts entgegenhalten und lassen die Gefangenen frei. Lediglich Amonasro in der Funktion als Wortführer der Gefangenen und Aida sollen als Geiseln zurückbehalten werden. Als Lohn für seinen erfolgreichen Feldzug soll Radames auf Wunsch des Königs dessen Tochter Amneris heiraten und nach dessen Tod selbst König von Ägypten werden.

Aida (Oper) bei den  Salzburger Festspielen mit  Anna Netrebko als Aida (links) und  Ekaterina Semenchuk als Amneris  | Foto © Monika Rittershaus

Aida (Oper) bei den Salzburger Festspielen mit Anna Netrebko als Aida (links) und Ekaterina Semenchuk als Amneris | Foto © Monika Rittershaus

Anna Netrebko als Aida bei den Salzburger Festspielen  | Foto © Monika Rittershaus

Anna Netrebko als Aida bei den Salzburger Festspielen | Foto © Monika Rittershaus

Aida (Anna Netrebko) und Luca Salsi (Amonasro) (Salzburger Festspiele 2017) | Foto © Monika Rittershaus

Aida (Anna Netrebko) und Luca Salsi (Amonasro) (Salzburger Festspiele 2017) | Foto © Monika Rittershaus

Aida: Inhalt 3. Akt

Eine Nacht am Nilufer. Ramphis führt Amneris zum Tempel, in welchem sie in der Nacht vor ihrer Hochzeit zur Göttin Isis beten will. Heimlich wartet dort Aida auf Radames („Qui Radamès verra ... O patria mia“). Doch vorher erscheint Aidas Vater: Er möchte seine Tochter dazu bewegen, Radames das Geheimnis zu entlocken, welchen Weg die Ägypter wählen würden, um in Äthiopien einzufallen. Doch obwohl ihr der Vater mit berührenden Worten die vertraute Heimat in Erinnerung ruft, widersetzt sich Aida ihm.

Inzwischen erscheint Radames und Amonasro muss sich verstecken. Aida bittet ihren Geliebten, mit ihr zusammen aus Ägypten zu fliehen. Vielleicht kenne er einen geheimen Pfad, der von den ägyptischen Truppen nicht bewacht werde. Da Radames nicht ahnt, dass er von Amonasro belauscht wird, nennt er Aida nach einigem Zögern die Napataschlucht.

Triumphierend tritt nun Amonasro aus dem Hintergrund hervor und offenbart seine wahre Identität als äthiopischer König. Radames erkennt, dass er ungewollt sein Vaterland verraten und sich dadurch entehrt hat.

Als sie zu dritt fliehen wollen, tritt Amneris wütend und entsetzt aus dem Tempel hervor und ruft „Verräter!“. Amonasro will sie erstechen, aber Radames tritt dazwischen und kann so den Mord verhindern. Er lehnt aber auch ab, gemeinsam mit Aida und Amonasro zu fliehen. Ramphis eilt herbei; Radames überreicht ihm ohne Widerstand sein Schwert und lässt sich freiwillig festnehmen. Währenddessen ist es Amonasro gelungen, mit seiner Tochter Aida zu entkommen.

Aida Inhalt: 4. Akt

Vor den Türen des Gerichts im königlichen Palast. Saal im Palast des Pharao, von dem ein Gang in den Gerichtssaal, ein anderer in das Gefängnis, in dem Radames gefangen gehalten wird, führt.
Amneris ist verzweifelt und fühlt sich zwischen Wut und Liebe hin- und hergerissen. Sie möchte Radames retten und lässt ihn vorführen („L’aborrita rivale a me sfuggia“). Sie versucht ihn vergeblich zu überreden, sich vor Gericht zu verteidigen, um sein Leben zu retten. Radames aber sieht ohne seine geliebte Aida keinen Sinn mehr in diesem Leben. Er geht davon aus, Amneris habe Aida getötet. Daraufhin berichtet Amneris, dass Amonasro gefallen sei. Aida jedoch konnte fliehen und ist am Leben. Sie verspricht Radames das Leben, den Thron und ihre Liebe, wenn er auf Aida verzichte. Radames wählt aber den Tod und geht in sein unterirdisches Gefängnis zurück.

Man hört die Anklage der Priester und vernimmt das dreimalige Schweigen von Radames. Er wird dazu verurteilt, in den Räumen unter dem Altar der Göttin lebendig begraben zu werden.
Während Radames in einem unterirdischen Tempelgewölbe eingemauert wird, hofft er, dass Aida inzwischen in Äthiopien angekommen in Sicherheit sei. Nachdem der letzte Stein eingesetzt wurde, vernimmt Radames einen Seufzen. Er sieht einen Schatten und erkennt Aida, die sich bei Tagesanbruch in die Krypta geschlichen hat, um mit ihm zu sterben. Gemeinsam nehmen die beiden Geliebten gelassen und verklärt Abschied von der Welt, während oben in den Tempelhallen die Priesterinnen singen („immenso ftah“). Amneris betet traurig zu Isis, dass die Seele von Radames in Frieden ruhen kann. 

Aida GP 127 01
Bühnenbild und Ensemble einer Inszenierung der Oper Aida aus der Semperoper in Dresden. Ein Klick aufs Bild führt zur Bildergalerie der Aufführung. Darstellerinnen und Darsteller: Oksana Volkova (Amneris), Andreas Bauer Kanabas (Der König), Georg Zeppenfeld (Ramfis), Chor und Extrachor, Tänzerinnen | Foto © Semperoper Dresden/Ludwig Olah |

Wie ist die Oper Aida entstanden?

Der italienische Komponist Giuseppe Verdi hat die Oper Aida komponiert. Er komponierte sie innerhalb von nur vier Monaten, sie ist also relativ schnell entstanden.

Ursprünglich war Verdi gebeten worden, für die Eröffnung des neuen Opernhauses in Kairo eine Hymne zu schreiben, was er ablehnte. Er mache keine „Gelegenheitsarbeiten“, so Verdis Begründung. Das Opernhaus wurde also mit der Oper Rigoletto von Giuseppe Verdi eröffnet. Dennoch spielten einflussreiche Freunde dem Komponisten Giuseppe Verdi einige Zeit später eine Textfassung von Aida zu. Der Autor war der Ägyptologe Auguste Mariette.

Man schlug Verdi vor, daraus eine Ägypten-Oper für Kairo zu machen. Im Falle einer Ablehnung würde sich der Direktor der Oper in Kairo an Verdis „Konkurrenten“ Gounod oder Wagner wenden, wurde Verdi gesagt. So stimmte Verdi einer neuen Komposition der Oper Aida zu. Dafür bekam er ein sehr gutes Honorar von 150 Tausend französischen Golddukaten, das höchste Honorar, dass bis dahin jemals für eine Oper gezahlt worden war. Die Uraufführung fand am 24. Dezember 1871 im Opernhaus in Ägypten statt. Sie wurde ein sehr großer Erfolg. Verdi fuhr aber nicht nach Kairo. Die europäische Erstaufführung der Oper Aida fand bereits 6 Wochen nach der Kairo-Uraufführung in der Scala, dem Mailänder Opernhaus, statt.

Wo spielt die Oper Aida?

Die Oper Aida spielt in Ägypten. Der erste Akt spielt im Saal des Königspalastes von Memphis. Der zweite Akt spielt in den Gemächern von Amneris. Der 3. Akt spielt am Ufer des Nils, auf einem Felsen in der Ferne liegt der Tempel der Isis. Die Nacht ist mondhell. Das erste Bild im vierten Akt spielt im Pharaonenpalast. Eine Tür führt zum unterirdischen Gerichtssaal. Das zweite Bild spielt auf einer geteilten Bühne. Oben ist der Tempel des Vulkans zu sehen, unten ein unterirdisches Gewölbe.

Hier sehen Sie ein sehr schönes Making-of einer Neuinszenierung der Oper "Aida" in Dresden (Premiere war im März 2022)

(Klick auf diese Zeile: Für Opernfans haben wir hier auch eine Bildergalerie der Dresdner Aufführung vorbereitet).

Dieser Artikel zum Inhalt der Oper "Aida" ist ein Originalbeitrag für Opernfan.de. Er ist urheberrechtlich geschützt. 

Gelesen 72869 mal Letzte Änderung am Samstag, 19 März 2022 18:53

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