Alexander Hildebrand
Tosca in Berlin: Glänzender Gesang in antiquiertem Ambiente
Die Opernhauptstadt Berlin pflegt ihre Antiquitäten. An der Deutschen Oper Berlin entstehen neuerdings bemerkenswerte Kontraste alleine zwischen der Anzahl der Jahre, die eine Premiere zurückliegt und der Dauer, die ein neuer Star am Opernhimmel einen Solo-Plattenvertrag hat. Wir besuchen die 351. Aufführung von Tosca seit der Premiere am 13. April 1969 und hören Klaus Florian Vogt als Cavaradossi, seit einem Jahr bei Sony unter Vertrag. 43 Jahre zu einem Jahr.
Aber wir kamen ja wegen der Musik. Unmissverständlich pointiert, klanglich warm und voll in großer Besetzung das Orchester der Deutschen Oper vom ersten Ton bis zum Schluss.
Schon ab dem ersten Ton zieht Cavaradossi die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Die Farbgebung wählt Klaus Florian Vogt wohl bedacht etwas dunkler als in den deutschen Heldenpartien. Er singt ausgesprochen schön und mischt lyrische Töne mit italienischem Held. In der eher mittelgroßen Partie des Cavaradossi weiß er jede Phrase geschickt zu nutzen, um die Schönheit seiner Stimme in den Vordergrund zu stellen. Das kurze E lucevan le stelle kurz vor Schluss gerät zum wahren Opernereignis. Eine elegante Pause für Szenenapplaus wäre aber schön gewesen – und hätte den Kult um glänzende Solisten im positiven Sinne noch etwas befördert.
Tatjana Serjan gibt eine großartige, sehr lyrische und ehrliche Tosca. Selten war das Vissi d’arte im zweiten Akt so angenehm und geradlinig zu hören. Edel und geschmackvoll die Gestaltung, herausragend das Legato. Auch da hätten die Opernliebhaber im vollbesetzten Haus gerne applaudiert. Einziges Manko: Tatjana Serjan neigt ihm Spiel relativ häufig den Kopf nach unten oder agiert zu den Seiten, wodurch Klangentstehung und –transport manchmal etwas eingeschränkt sind.
Schließlich offenbaren die Entscheider an der Bismarckstraße eine hervorragende Besetzungspolitik, denn gerade in den Duetten ergänzen sich Vogt und Serjan optimal. Schließlich gibt der eingesprungene Ambrogio Maestri einen grundsoliden, kernigen und schaurig schönen Scarpia.
351. Aufführung einer verstaubten Inszenierung
Die Inszenierung wirkt leider schon im ersten Akt völlig verstaubt. Was ist auf dem schräg nach hinten gerichteten Bild in der Kirche eigentlich drauf? Im zweiten Akt: Scarpia isst an einem Bistrotischchen? Im zweiten und dritten Akt: Cavaradossi wird selbst beim Abführen von den Polizisten nie gehalten, er trägt keine Fesseln, die Wege in und aus der Folter beschreitet er fast freiwillig? Größtes Manko allerdings im ersten Akt: Penetrant steht fast der gesamte Chor hinter der Kirchenkulisse und ist im Te Deum nur abgedeckt zu hören. Alleine wegen dieser musikalischen Einschränkung wünschen wir uns eine moderne, neue Tosca an der Deutschen Oper Berlin.
27. Januar 2012, Deutsche Oper Berlin
Berlin, Deutschland
Tosca (Giacomo Puccini). Auf Italienisch.
- Tatjana Serjan, Sopran: Tosca
- Klaus Florian Vogt, Tenor: Cavaradossi
- Ambrogio Maestri, Bass: Scarpia
- Krzysztof Szumanski, Bass: Angelotti
- Seth Carico, Bass: Der Mesner
- Jörg Schörner, Tenor: Spoletta
- Hyung-Wook Lee, Bass: Sciarrone
- Tobias Kehrer, Bass: Ein Schließer
- Ron Maxim Huang: Stimme des Hirten
Musikalische Leitung: Matthias Foremny
Inszenierung: Boleslaw Barlog
Orchester, Chor und Statisterie der Deutschen Oper Berlin.
Für Eilige: Tosca in 60 Sekunden
Für Eilige: Tosca in 60 Sekunden
Mitte Juni 1800: Mario, ein Kirchenmaler, liebt Tosca, eine Opernsängerin. Sie besucht ihn in der Kirche, wo sich auch ein politischer Gefangener versteckt. Der Polizeichef Scarpia kommt, intrigiert gegen Mario und will die Liebe von Tosca erobern. Scarpia lässt Mario verhaften und setzt Tosca unter Druck. Sie tötet den Polizeichef. Dann soll Mario zum Schein erschossen werden, er stirbt aber tatsächlich. Tosca will fliehen, springt eine Mauer runter und stirbt dabei. Am Ende sind also alle drei Hauptfiguren tot.
Wissenswertes über die Oper Tosca
- Maria Callas ist eine der berühmtesten Interpretinnen der Floria Tosca.
- Die Oper Tosca wurde 1993 einmal an ihren Originalschauplätzen in Rom aufgeführt. Damals gab es eine weltweite Fernsehübertragung und die einzelnen Akte spielten wirklich zur Tageszeit, an denen sie in der Oper spielen. Diese legendäre Aufführung mit Catherine Malfitano als Tosca, Placido Domingo als Cavaradossi und Ruggero Raimondi als Scarpia gehört zu den legendärsten Musikdokumenten der jüngeren Zeit.
Tipps von opernfan.de für ein Opernerlebnis mit Tosca
Opernfan - Pausentalk
- Die Handlung hat Folter, Mord, Selbstmord und Verrat. Da gibt es ja schließlich genug zu besprechen!
- Nur sehr selten lässt sich die Handlung einer Oper auf ein genaues Datum festlegen. Die Oper Tosca spielt aber genau am 17. und 18. Juni 1800 in Rom.
- Tosca ist die berühmteste Pannen-Oper. Die Legende geht, dass einmal Tosca statt Cavaradossi erschossen wurde. Ein anderes mal soll Tosca bei ihrem Sprung in den Tod vom versteckten Trampolin hinter der Mauer wieder nach oben gefedert sein, so dass sie für das Publikum wieder zu sehen war und wie ein Flummi wirkte.
Opernfan - Nachlese
Der Einfluss von Richard Wagner ist bei dieser Puccini-Oper recht groß. So bezeichnet der Komponist sein Werk auch als Musikdrama, was eher an den deutschen Komponisten Wagner erinnert. Überlegen Sie, ob sie tatsächlich als nächstes eine Oper von Richtard Wagner hören möchten, um den Vergleich zu haben.
Vögel, Mond und eine Königin: Die Zauberflöte
Ausführlich wird hier die Handlung des heiter-ernsten Märchens mit der sehr berühmten Musik geschildert. Der Inhalt der Oper ist eine leicht verschleierte Metapher für den Männerbund der Freimaurer, wodurch das Werk oft schwer verständlich wirkt.
Vögel, Mond und eine Königin: Die Zauberflöte
Originaltitel: Die Zauberflöte.
Deutsche Oper in zwei Aufzügen.
Komponist
Wolfgang Amadeus Mozart
Dichtung
Emanuel Schikaneder.
Auf Englisch heißt die Oper The Magic Flute, auf Italienisch Il flauto magico
Uraufführung am 30. September 1791 in Wien.
Hauptfiguren
- Sarastro (Bass)
- Tamino (Tenor)
- Sprecher (Bariton oder Bass)
- Die Königin der Nacht (Dramatischer Koloratursopran)
- Pamina, ihre Tochter (Sopran)
- Die drei Damen der Königin der Nacht (2 Soprane, 1 Mezzosopran)
- 3 Knaben
- Papageno (Bariton)
- Ein altes Weib / Papagena (Soubrette)
- Monostatos, ein Mohr (Spieltenor)
Kleinere Partien
- 3 Priester , 2 geharnischte Männer, Sklaven
Chor
Priester. Sklaven. Gefolge.
Ort und Zeit
Ägypten, in einer märchenhaften Zeit
Die Oper dauert etwa zweieinhalb Stunden (ohne Pause)
Gliederung
Ouvertüre und 21 Musiknummern, die durch gesprochene Dialoge miteinander verbunden werden.
Die Handlung der Oper Die Zauberflöte
1. Akt
Im alten Ägypten. Drei Damen retten den Prinz Tamino vor einer Schlange. Sie sind Mitarbeiterinnen der Königin der Nacht und von seiner Schönheit sehr angetan. Nach einer Weile wacht Tamino wieder auf und auf eine lustige Art nähert sich ein junger Mann im Federkostüm. Es ist Papagno, der Vogelfänger. Schnell behauptet er, die Schlange getötet zu haben. Die drei Damen stellen das richtig und erzählen dem Prinz von Pamino, der entführten Tochter der Königin der Nacht. Er verliebt sich sofort in das Bild und die Königin der Nacht, mit großem Tamtam erschienen, verspricht ihm die Tochter als Braut, falls er sie befreit. Dafür bekommt er von ihr eine goldene Zauberflöte, die Wunder bewirken kann. Papageno soll ihm helfen und erhält von der Königin der Nacht ein silbernes Glockenspiel. Die beiden jungen Männer machen sich auf den Weg, um Pamina aus dem Händen des bösen Priesters Sarastro zu befreien.
Der Palast Sarastros wird von dem Farbigen Monostatos bewacht. Er bedrängt Pamina, aber die beiden Retter kommen. Papageno schlägt den Mohr in die Flucht und verspricht Pamina die Rettung. Sie träumen von Liebe. Tamino plant, gegen Sarastro zu kämpfen und stimmt wohlgelaunt die Zauperflöte an. Er merkt, dass ihre Melodien sogar wilde Tiere zähmen kann.
Monostatos schafft es, Papageno und Pamina gefangen zu nehmen und bringt sie zu dem bösen Priester Sarastro. Pamina gibt zu, dass sie fliehen wollte, erklärt aber, dass sie vor dem zudringlichen Mohr abhauen wollte. Sarastro ist kurz davor, sie ziehen zu lassen. Pamina und Tamino treffen zusammen und verlieben sich endgültig in einander. Sarastro fordert sie auf, einige Prüfungen im Tempel abzulegen, mit denen sie beweisen können, dass sie das Glück der Liebe verdient haben.
2. Akt
Die erste Aufgabe für Tamino ist das Schweigen. Währenddessen beauftragt die Königin der Nacht ihre Tochter, den bösen Sarastro mit einem Doch zu erstechen. Pamina muss außerdem mehreren Annäherungsversuchen von Monostatos wiederstehen. Er droht ihr sogar, die Tötungsabsicht des Mädchens zu verraten. Auch Papageno scheint bald auf seine Kosten zu kommen. Eine alte Frau kommt und behauptet, ihn zu lieben. Drei Knaben bringen den beiden etwas zu essen, das Glockenspiel und die Zauberflöte. Pamina bemerkt das Geschehen und berichtet enttäuscht, dass Tamino nicht mit ihr sprechen würde.
Die Alte kommt nochmals zu Papageno und entpuppt sich als ein junges Mädchen, dass schon rein äußerlich zum Vogelfänger passt. Papagen-a wird dem stürmischen Papageno aber nochmals entrissen. Pamina ist völlig verzweifelt und denkt darüber nach, sie umzubringen. Die drei Knaben halten sie auf und trösten sie sogar etwas.
Tamino und Pamina müssen inzwischen eine Feuer- und Wasserprobe machen, die sie Dank der Zauberflöte spielend meistern. Eine letzte Überraschung ist die Königin der Nacht: Sie hatte ihre Tochter Monostatos versprochen, wenn der ihr hilft, den bösen Priester Sarastro auszupeitschen. Aber Sarastro ahnt es rechtzeitig und heftige Naturgewalten töten die Königin und Monostatos. Der Priester dankt den Göttern Isis und Osiris für den Sieg der Liebe und alle gratulieren Tamino und Pamina, dem glücklichen Paar.
Für Eilige: Die Zauberflöte in 60 Sekunden
Für Eilige: Die Zauberflöte in 60 Sekunden
In einem fernen Land verliebt sich ein Prinz in die schöne Pamina, die aber entführt ist. Gemeinsam mit dem Vogelfänger Papageno, einem umtriebigen jungen Mann im Federkostüm, rettet er seine Angebetete aus dem Palast des Entführers, des bösen Priesters Sarastro. Der erkennt die wahre Liebe des jungen Paares. Er lässt sie ein paar Prüfungen ablegen, damit sie ihrer Zuneigung sicher werden. Auch der Vogelfänger bekommt ein Mädchen ab. Am Ende hat der böse Sarastro nur noch gute Seiten, die Bösen sind tot und die jungen Leute frisch verliebt und glücklich.
Die Zauberflöte – top oder Flop?
Die Zauberflöte feiert die freimaurerischen Werte Weisheit, Freundschaft und Aufopferung. Sarastros Priesterrunde ist sogar eine mystische Sekte, die sich der Brüderlichkeit verschrieben hat. Dieser Männerbund wirkt aus heutiger Sicht etwas veraltet. Opernfan.de meint: Handlung gleich Flop!
Tipps von opernfan.de für ein Opernerlebnis mit der Zauberflöte
Opernfan – Pausentalk
- Mozart und sein Textschreiber Schikaneder waren beide Freimaurer. Mit diesem Wissen können Sie glänzen: Das Prüfungsritual für Pamina und Tamino im 2. Akt (nach der Pause) ist wie eine Aufnahmeprüfung für die Freimaurerloge.
- Erzählen Sie, welch großen Erfolg die Zauberflöte schon bei den ersten Aufführungen war. Leider starb Mozart nur neun Wochen nach der Uraufführung der märchenhaften Oper.
Opernfan - Nachlese
- Haben Sie auf die Figur des Papageno geachtet?. Mit ihm stehen und fallen die meisten Zauberflöten-Inszenierungen. Er führt im Grunde durch die Handlung und ist der lustige Gesell, der gerne mal eine Szene auflockert. Hat er das gut gemacht?
- Wie hat Ihnen die Dramatik im Gesang der Königin der Nacht gefallen? Ihr „dreigestrichenes F“, einen besonders hohen Ton, können nur wenige Sängerinnen perfekt darbieten.
Sopranistin Diana Damrau mit moderner Website im Netz
Geiger sollen geigen und Sänger sollen singen? Das reicht heutzutage nicht mehr aus. Moderne Künstler müssen im Internet präsent sein. Auch Musikjournalismus kann ohne Internet nicht stattfinden und opernfan.de hat sich umgeschaut: Wir meinen, dass die Sopranistin Diana Damrau mit einer der besten, umfassendsten und informativsten Websiten im Internet präsent ist.
Das etwas künstliche Startbild mit der Auswahl der beiden verfügbaren Sprachen Deutsch und Englisch zählt erst mal zu den befremdlichen Schwachpunkten. Aber schon auf der anschließenden Startseite ist die Sorgfalt der Macher zu erkennen: Der Kalender ist aktuell und wir erfahren, was die gefrage Sängerin gerade tut. Da stehen die neuesten CD-Veröffentlichungen aufgelistet und eine Fernsehübertragung in naher Zukunft wird gleich in den Kalender von opernfan.de übertragen. Wir praktisch! Wer Diana Damrau sucht, wird im Internet fündig!
Wer sich für Fachpartien und die Anfänge der Karriere von Diana Damrau interessiert, kann auf der Website interessante Entdeckungen machen. Jeder weiß, dass sie heutzutage eine gefrage Königin der Nacht ist, aber wer hätte geahnt, dass sie einst Eliza im Musical My fair Lady war? Natürlich liegen da Jahre und riesige Entwicklungsschritte dazwischen, aber den Kenner interessiert's... Schließlich zeigt sich das gute Marketing der auf Dramatik abonnierten Diva. In der Rubrik "CD/DVD" sind alle Werke der letzten Jahre aufgelistet. Wie selbstverständlich sind Bestellmöglichkeiten beim Versandhaus "amazon" und Auszeichnungen der jeweiligen Aufnahmen hinzugefügt. opernfan.de meint: Clever gemacht!
Hier geht es zur offiziellen Diana Damrau - Website (Link öffnet in neuem Browserfenster)...
Videoportal Youtube ist Quelle für Höhepunkte der Opernmusik
Wer meint, der Videokanal Youtube sei nur für alberne Videos und belangloses, modernes Zeug gut, irrt gewaltig. Auch Fans von Opernmusik finden auf dem modernen Internetportal grandiose Musikstücke und historische Aufnahmen.
Youtube ist ein Internet-Videoportal und hat seinen Sitz in San Bruno im US-Bundesstaat Kalifornien. Auf der Website sind Film- und Fernsehausschnitte, Musikvideos und viele selbstgedrehte Filme verfügbar. Seit dem Gründungsjahr 2005 ist Youtube stets gewachsen. Opernsänger konnten ihren Bekanntheitsgrad bisher wohl wenig wie Popstars über den Videokanal steigern, aber eine geeignete Stichwortsuche fördert von vielen Sängern und von einigen Opernhäusern beachtliches zu Tage.
Wir Redakteure von opernfan.de sind schon seit längerem auf den Geschmack gekommen. Ob alte Aufnahmen von Maria Callas, moderne Szenen mit Anna Netrebko oder gewagte Höhenflüge des großartigen Luciano Pavarotti: Youtube hat alles, was das Herz von opernfan.de begehrt. Aus diesem Grund hat opernfan.de auch einen eigenen sogenannten Kanal auf Youtube eingerichtet. Der Kanal zeigt die nach unserer Auffassung besten Videos mit Opernmusik. Youtube bietet dabei sogar die Möglichkeit, in sogenannten Abspiellisten ("Playlists") das Ausgewählte zu sortieren. So gibt es übersichtliche Playlists zu Don Giovanni von Mozart, zum Barbier von Sevilla oder zu Verdis La Traviata.
Aber auf Youtube wird natürlich auch viel Spaß gemacht. So haben wir uns dazu entschlossen, auch eine Rubrik "Oper zum Lachen" aufzusetzen. Der namhafte Sänger Samuel Ramey hat einen unvergessenen Sesamstraßen-Auftritt hingelegt. "Manche Singen hoch, andere Singen tief..." - wir haben herzlich gelacht! Hier geht es zum Video mit Samuel Ramey... (öffnet in neuem Browserfenster)
Semperoper schneidet bei "Opernwelt"-Bilanz gut ab
Bei der diesjährigen Bilanz der Zeitschrift »Opernwelt« haben auch die Semperoper Dresden und viele in dieser Spielzeit hier engagierte Künstler erste Ränge belegt. Stefan Herheim wurde in den Kategorien Beste Aufführung und Beste Inszenierung/Bester Regisseur mehrfach genannt, darunter für seine bejubelte Dresdner »Rusalka« sowie für seine Kopenhagener »Lulu«, die er in dieser Spielzeit in Dresden auf die Bühne bringen wird. Auch die Kostüm- sowie die Bühnenbildnerin dieser beiden Produktionen, Gesine Völlm und Heike Scheele, wurden mehrfach hervorgehoben. Stefan Herheim wird in den kommenden vier Jahren an der Semperoper jeweils eine Neuproduktion herausbringen wird.
In der Kategorie Beste Uraufführung fand Henzes »Gisela! Oder: Die merk- und denkwürdigen Wege des Glücks« in der Dresdner Inszenierung von Elisabeth Stöppler Erwähnung. Ebenfalls hervorgehoben wurde ihr Kostümbildner Frank Lichtenberg in der Kategorie Beste Kostüme.
Weitere Nennungen entfielen auf Omer Meir Wellber, Dirigent der »Daphne« der vergangenen Spielzeit, mit dem die Semperoper für die Zukunft viele Pläne hat, sowie auf den Countertenor Franco Fagioli als Nerone, zu hören derzeit wieder in der Dresdner »Poppea«, und auf Stuart Skelton, den Lohengrin in der nächsten Aufführungsserie an der Semperoper. Cornelius Meister, der im Februar Herheims »Lulu« dirigiert, wurde ebenso gelobt wie der junge tschechische Komponist Miroslav Srnka, dessen neues Werk »Jakub Flügelbunt« im Dezember von der Semperoper Junge Szene uraufgeführt wird.
Beachtung mit CD-Produktionen fanden außerdem Christian Thielemann, künftiger Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle, sowie Erik Nielsen, Dirigent des neuen »Simplicius Simplicissimus« an der Semperoper Dresden.
(Quelle: Pressemitteilung Semperoper Dresden)
Ein zeitloser Casanova: Don Giovanni
Wer's auführlicher mag, liest diesen Artikel über Mozart's Oper Don Giovanni. Hier stellt opernfan.de die Hauptfiguren und die Handlung der spannenden Oper vor, die sich um den liebestollen Wüstling dreht...
Ein zeitloser Casanova: Don Giovanni
Originaltitel: Don Giovanni.
Heiteres Drama in zwei Akten.
Andere, teils veraltete Titel sind „Don Giovanni oder Der bestrafte Wüstling“. Auf Italienisch heißt die Oper „Don Juan ou Le Libertin Puni“.
Komponist
Wolfgang Amadeus Mozart
Text
Dichtung auf Italienisch von Lorenzo da Ponte.
Die Uraufführung der Oper Don Giovanni war am 29. Oktober 1787 in Prag.
Hauptfiguren
- Don Giovanni, ein Edelmann und Frauenheld (Bass oder Bariton),
- Leporello, Diener von Don Giovanni (Bass)
- Der Komtur (ein Amts- oder Würdenträger), wird von Don Giovanni getötet, tritt dann als „versteinerter Gast“ auf (Bass)
- Don Ottavio, Annas Verlobter (Tenor)
- Donna Anna, Don Ottavios Verlobte (Sopran)
- Donna Elvira, von Don Giovanni verlassene Edeldame (Sopran)
- Kleinere Partien
- Zerlina, Bäuerin (Sopran)
- Masetto, Verlobter von Zerlina (Bass)
Chor
Bauernvolk, Musikanten, Diener.
Ballett
In der Ballszene im 1. Akt.
Ort und Zeit
Eine Stadt in Spanien. Die Oper spielt auf den Straßen und Gärten der Stadt. Der Ball von Don Giovanni spielt in seinem Schloss oder seiner Villa. Die Szenen am Ende der Oper spielen auf einem Friedhof mit dem steinernen Standbild des Komturs.
Die Oper dauert etwa drei Stunden (ohne Pausen)
Die Handlung der Oper Don Giovanni
1. Akt
Der spanische Edelmann Don Giovanni ersticht den Vater von Donna Anna, einer jungen Frau, der er nachstellte. Giovanni entkommt unerkannt. Don Ottavio, Annas Verlobter, schwört, die Tat zu rächen.
Einige Tage später trifft Giovanni seine Frau Donna Elvira wieder, die er kurz nach der Hochzeit verlassen hatte. Sie beklagt seine Dreistigkeit. Leporello, Giovannis Diener, klärt sie über die vielen Liebschaften der Vergangenheit auf (Registerarie von Leporello„Madamina, il catalogo è questo“).
Giovanni lädt die Verlobten Bauernleute Zerlina und Masetto zu einem Fest ein. Er will Zerlina mit einem Heiratsversprechen gefügig machen. (Arie Giovanni „Là ci darem la mano“)
Jetzt warnt Elvia die Bäuerin vor dem treulosen Schürzenjäger. Anna ist inzwischen sicher, dass Giovanni der Mörder ihres Vaters ist und ihr Verlobter Ottavio schwört, die Wahrheit herauszufinden. (Arie Don Ottavio „Dalla sua Pace“)
Auf dem Schloss von Giovanni findet ein Ball statt. Die maskierten Anna, Elvira und Ottavio wollen ihn zur Rede stellen. Don Giovanni versucht auf dem Ball, die junge Bäuerin Zerlina zu verführen (Arie Giovanni „Finch’han dal vino“). Seine Absichten fliegen auf, die Gäste nehmen die Masken ab und drohen dem Wüstling sein baldiges Ende an. Giovanni flieht vor den wütenden Gästen.
2. Akt
Die Kammerzofe von Elvira hat Giovannis Interesse geweckt. Für die geplante Eroberung tauscht er mit seinem Diener die Kleider. Daraufhin geht Elvira auf die neuen Liebesbeteuerungen ein und verschwindet mit Leporello, den sie für Giovanni hält. Mit einer Serenade versucht Giovanni, die Zofe zu betören (Kanzonette: „Deh, vieni alla finestra“).
Durch die Verkleidung kann Don Giovanni den mit seinen Bauern auflauernden Masetto täuschen und verprügeln. Zerlina hört das Wehklagen ihres zukünftigen Gatten und tröstet ihn von Herzen.
Leporello trifft kurz darauf, noch in den falschen Kleidern, auf Donna Elvira und die Paare Donna Anna – Don Ottavio und Zerlina – Masetto. Sie wollen an ihm Rache nehmen, Leporello enttarnt sich aber kurzerhand und kommt davon.
Leporello und sein Herr treffen schließlich auf dem Friedhof zusammen. Don Giovanni prahlt mit seinen Täuschungen, als plötzlich die steinerne Statue des Komturs die Totenruhe anmahnt und auffordert, den geweihten Ort zu verlassen. Übermütig lädt Don Giovanni die Statue für den Abend zum Essen ein und unheimlicherweise sagt diese zu.
Im Haus von Don Giovanni spielen am Abend die Musikanten und eine festliche Tafel steht bereit. Elvira kommt und sagt schließlich, sie wolle auf die Rückkehr von Giovanni verzichten und ins Kloster gehen. Sie geht und zu hören ist von draußen ihr Schrei des Entsetzens: Der steinerne Gast ist der Einladung gefolgt.
Die beeindruckende Statue fordert Don Giovanni zur Reue auf, aber allen Aufforderungen schleudert der Wüstling ein entschiedenes „Nein!“ entgegen („Giovanni, a cenar teco m'invitasti, e son venuto – Don Giovanni, du hast mich eingeladen, mit dir zu speisen, und ich bin gekommen“ ). Der steinerne Gast geht wieder und kündigt die schnell folgende Strafe an. Flammen schlagen aus der Erde, Geisterstimmen sind zu hören, die Hölle reißt ihr Opfer Don Giovanni in den Abgrund.
Verstört berichtet Leporello den anderen, was geschehen ist. Vereint verkünden sie die Moral der Geschichte: „Also stirbt, wer Böses tat!“.
Flammende Dramatik und weltberühmte Melodien: Il Trovatore
Der großartige Tenor Enrico Caruso meinte einst, für eine erfolgreiche Aufführung von Il Trovatore bräuchte man einfach die vier besten Sänger der Welt. Die Oper ist ein komplexes Meisterwerk des italienischen Komponisten Giuseppe Verdi…
Flammende Dramatik: Il Trovatore
Originaltitel: Il Trovatore.
Oper in vier Akten.
Auf Deutsch wird die Oper zurzeit eher selten gespielt. Sie heißt dann Der Troubadour.
Komponist
Giuseppe Verdi
Text
Dichtung von Salvatore Cammarano und Leone Emanuele Bardare
Uraufführung am 19. Januar 1853 in Rom
Die Oper dauert etwa zweieinhalb Stunden.
Hauptfiguren und Gegenspieler
- Leonore, Gräfin von Sargasto und Dame des Palastes (Sopran)
- Graf von Luna (Bariton)
- Azucena, Zigeunerin (Mezzosporan)
- Manrico, der Troubadour. Vermeintlicher Sohn der Zigeunerin (Tenor)
Kleinere Partien und Begleiter der Hauptfiguren
- Inez, Vertraute von Leonore (Sopran)
- Ferrando, Anhänger des Grafen von Luna und sein Waffenträger (Bass)
- Ruiz, Vertrauter von Manrico (Tenor)
- Ein alter Zigeuner (Bass)
- Ein Bote (Tenor)
Chor
Anhänger und Diener des Grafen und Manricos. Gefährtinnen von Leonore. Nonnen, Soldaten, Krieger. Zigeunervolk.
Ballett
Für die Erstaufführung der Oper in Paris komponierte Verdi noch vier Balettnummern, die nach dem Soldatenchor im 3. Akt gespielt werden können. Sie werden nur noch selten aufgeführt.
Ort und Zeit
Il Trovatore ist ein schwerer, historischer Stoff, der in Biscaya und Arragonien während der Kämpfe um die Krone von Arragon in den Jahren 1410 bis 1412 spielt.
Die Handlung der Oper Il Trovatore
1. Akt
Ferrando hält sich beim Wacheschieben mit dem Erzählen von Geschichten wach. Er berichtet von der düsteren Geschichte des Grafenhauses, dem Graf Luna entstammt. Der alte Graf hatte zwei Kinder, beides Söhne. Eine Zigeunerin prophezeite einem der Kinder die Zukunft, sie wurde aber für eine Zauberhexe gehalten und dafür verbrannt. Im Sterben beauftragte sie ihre Tochter Azucena, ihren Tod zu rächen. Azucena raubte sofort einen der Grafensöhne, warf aber aus Versehen ihr eigenes Kind in die Flammen. Seitdem gibt es das Gerücht, der gestohlene Sohn des Grafenhauses sei noch am Leben.
Leonore ist nachts im Garten und schwärmt ihrer Begleiterin Ines vom Troubadour Manrico vor (Kavatine „Es glänzte schon das Sternenmeer“). Die Frauen gehen und Graf Luna sucht kurz darauf im Garten die Spur eines Nebenbuhlers. Er ist sehr in die Palastdame Leonore verliebt. Manrico kommt, seine Erkennungsmelodie auf den Lippen und lockt damit Leonore an. Diese wirft sich aus Versehen Luna in den Arm. Als Manrico die beiden sieht und Leonore ihres Irrtums gewahr wird, erkennen sich auch die Todfeinde Luna und Manrico wieder und gehen aufeinander los. Manrico schont aber das Leben des Grafen.
2. Akt
Im Zigeunerlager im Land Biscaya quälen Azucena die Erinnerungen an den Tod ihrer Mutter (Kanzone „Lodernde Flammen schlagen zum Himmel auf“). Manrico, der sie für ihre Mutter hält, erfährt von der schwermütigen Frau das Geheimnis der Verwechslung bei der Todesrache am Scheiterhaufen. Manrico fragt nach, wer er denn dann sei, bekommt aber keine Antwort.
Ein Bote sagt Manrico, dass er in den Kampf mit den Aufständischen ziehen müsse. Die Verteidigung der Festung Castellor sei seine Aufgabe. Damit wird er auch auf dem Schlachtfeld und nicht nur in der Liebe zu Leonore zum Konkurrenten des Graf Luna. Er erfährt, dass Leonore glaube, Manrico sei tot und ins Kloster gehen wolle. Trotz Azucenas Bitten („Sieh der Mutter Tränen fließen“) verlässt Manrico eilig das Lager.
Im Kreuzgang des Klosters wartet Luna auf Leonore (Arie „Ihres Auges himmlische Strahlen“), er will sie durch eine Entführung vom Gang ins Kloster abhalten. Manrico kommt aber rechtzeitig und vereitelt den Plan des Grafen. Leonore sinkt in die Arme ihres Retters („O Gott, ist’s nur ein schöner Traum“).
3. Akt
Leonore und Manrico sind auf der Festung Castellor. Die Soldaten des Grafen belagern den Stützpunkt und nehmen Azucena gefangen, die nach Manrico sucht. Der alte Ferrando erkennt die Tochter der Zigeunerin, die einst das Kind des Grafen raubte und droht ihr mit dem Scheiterhaufen. Manrico erfährt das und will die Mutter retten (Stretta „Lodern zum Himmel seh' ich die Flammen“). Aber Lunas Truppen nehmen auch ihn gefangen und wollen ihn am nächsten Tag umbringen.
4. Akt
Leonore kommt in den Kerker von Manrico und Azucena. Leonore ist entsetzt (Arie „In deines Kerkers tiefe Nacht“) und Manricos Klagen („Schon naht die Todesstunde“) wird begleitet von einem düsteren Miserere. Anschließend bittet sie Luna um Gnade für den Geliebten. Er erpresst sie uns fordert ihre Hingabe. Nur so könne sie Manricos Leben retten. Scheinbar gibt sie sich Luna hin, nimmt aber gleichzeitig Gift aus ihrem Ring.
Manrico kann im Kerker die von Wahnbildern geplagte Mutter beruhigen („In unsere Heimat kehren wir wieder“). Leonore kommt, will Manrico freilassen und sich verabschieden. Er glaubt ihr nicht, erst als sie durch das Gift fast tot ist und ihm von der Erpressung durch Luna berichtet, erkennt er das Liebesopfer. Luna hat das alles gehört und lässt Manrico hinrichten. Azucena enthüllt Luna nun mit wilder Geste: „Er war Dein Bruder!“. Mit den Worten „Gerächt habe ich Dich, o Mutter!“ bricht sie zusammen.
Für Eilige: Il Trovatore in 60 Sekunden
Für Eilige: Il Trovatore in 60 Sekunden
Einst wurde in der Familie des Grafen Luna aus Versehen ein Kind verbrannt, nachdem die Mutter der Zigeunerin Azucena seine Zukunft prophezeit hatte. Jetzt lieben Graf Luna und der Sänger Manrico, ein vermeintlicher Sohn der Zigeunerin, die Palastdame Leonore. Leonore schwärmt aber nur für Manrico. Die Rivalen bekriegen sich, dann verhaftet Luna Manrico und erpresst sich die Zuneigung von Leonore. Diese vergiftet sich daraufhin selbst. Luna lässt Manrico hinrichten und erfährt erst anschließend von Azucena dass sein Nebenbuhler sein Bruder war.
Tipps von opernfan.de für ein Opernerlebnis mit Don Giovanni
Opernfan – Pausentalk
- Machen Sie eine fachkundige Bemerkung über die düstere Darstellung der Zigeunerin Azucena. Erläutern Sie, dass Sie eine der dunkelsten Frauengestalten in Verdis Opern sei. (Youtube-Link zur Vorbereitung siehe unten)
- Stellen Sie dar, dass sie auf den hohen Schlusston in Manricos schneller Stretta gespannt seien. Sie kennen dieses Stück hauptsächlich in der Interpretation von Luciano Pavarotti.
- Zeigen Sie sich nicht erschreckt über die Härte der Oper (Scheiterhaufen, Kindesentführung, Selbstmord durch Giftring (Vorsicht, erst am Ende der Oper). Schließlich spielt das Stück vor etwa sechs hundert Jahren und da herrschten in ganz Europa noch sehr rohe Sitten.
Opernfan – Nachlese
- Erklären Sie, dass Maria Callas eine berühmte Interpretin der Leonore war. Das können Sie natürlich nur machen, wenn Sie vorher auf Opernfan.de das verlinkte Youtube-Video auch angesehen haben.

